Bericht zum 81. SUPA

 

Tim kam erholt aus dem 81. SUPA, denn er hat sich durch gut drei Stunden teils hitziger Diskussionen zum Thema Hafen Ost und seinen Folgen geschlafen. Doch auch zum Thema Radverkehr gibt es Neuigkeiten:

 

Im TOP 7 ging es endlich um den Neubau eines Radwegs entlang der Schiffbrücke. Dies wurde den Radfahrenden in Aussicht gestellt, als beschlossen wurde, das Pflaster der Norderstraße nicht auszuwechseln. Dieser Abschnitt ist Teil der Veloroute 1 und aktuell gibt es dort keinen durchgehenden, reinen Radweg.

Hannah Köster (Stadt) erläuterte in ihrer Einleitung, dass eigentlich eine komplette Überplanung des Schiffbrücke-Ufers bis zur Hafenspitze angesagt sei, doch dies braucht Zeit und da aktuell noch Geld im Topf ist, welches sonst zum Jahresende verfällt, wäre eine schnelle und unkomplizierte Neupflasterung zur Schaffung eines Radwegs von der Hafenspitze bis zum Museumshafen machbar. Die Maßnahme koste 350k EUR und Im Januar könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Die Maßnahme kostet etwa 80 Parkplätze, womit der Stadt jährlich 175k EUR an Parkgebühren entgehen. Dafür entsteht am nördlichen Ende der Schiffbrücke eine große Freifläche, die als Aufenthalts/Spielfläche gestaltet werden soll.

In der anschließenden Diskussion müssen die Parteien ihr wahres Gesicht zeigen, denn so wie es Joachim Schmidt-Skipiol (CDU) auf den Punkt bringt: Hier geht es darum, die Interessen von Parkplätzen gegen Radverkehr abzuwiegen.

Karin Haugs (SSW) Frage, wie die fehlenden Einnahmen aufgefangen werden, beantwortet Axel Kohrt (SPD): In zwei Tagen entscheidet darüber der Finanzausschuss.

Gunnar Speck (WiF) versucht es mit dem Klassiker: „Wäre das Geld an anderer Stelle, z.B. an Schulen nicht besser aufgehoben?“, doch Hanna Köster kann ihn beruhigen: Der Topf stammt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und kann nicht einfach umverteilt werden. Auch Gabriele Ritter (BSS) zeigt sich etwas entrüstet, sonst gäbe es immer schöne Planungsunterlagen, es wäre wohl das erste Mal, dass sie über eine rote Linie abstimmen sollten (s. Foto).

Auch hier kann Hannah Köster schlagfertig kontern: Es würde immer heißen, die Stadtverwaltung arbeite zu langsam. Jetzt hätten sie schnell gehandelt, eine offizielle Planung würde 80-100k EUR kosten, dabei würde das TBZ hier lediglich das Pflaster auswechseln. Das ginge auch schnell und günstig ohne externe Büros.

Darüber, "dass niemand über die geopferten Parkplätze heult", konnte Gabriele Ritter sich dann nicht lange freuen: Julia Trützschler (FlW!) war der Meinung, wir wüssten gar nicht, was wir mit so einer freien Fläche anfangen sollen (wie phantasielos), dann folgte Christoph Anastasiadis (FDP) mit der forschen Behauptung, dass wohl niemand, auch nicht die Radfahrenden mit so einer Lösung zufrieden wären (häääää?) und natürlich meldete sich auch Glen Dierking (SSW) zu Wort, solange es keine Park-Alternativen gäbe, sollte man das einfach nicht machen. Er lebt wirklich in der Vorstellung, dass man Einkäufe nur mit dem Auto erledigen kann und fragt sich, wie die Leute in der Ecke Norderstraße ohne die Parkplätze an der Schiffbrücke klar kommen sollen.

Joachim Schmidt-Skipiol (CDU) sieht das Problem mit den Parkplätzen maßgeblich im fehlenden Parkleitsystem. Die Laufdistanzen in Flensburg findet er kein Problem, da müsse man z.B. in Hamburg ganz andere Distanzen in Kauf nehmen.

Claudia Takla Zehrfeld (Stadt) bittet im Schlusswort für die Vorlage zu stimmen. Es ginge nicht darum, einen Verkehrsteilnehmer gegen den anderen auszuspielen, es gehe darum, dem Radverkehr eine vernünftige Infrastruktur zu bieten. Dies sei eine schnelle Lösung, für die sie keine große Planung brauchen und die schon im Sommer genutzt werden kann.

Das Ergebnis fällt deutlich aus: 9 Stimmen dafür (3 SPD, 3 Grüne, 2 CDU), 4 dagegen (1 CDU, 1 FDP) 3 Enthaltung (3 SSW) Wie WiF, FlW! und BSS gestimmt haben, konnte ich nicht sehen.

 


https://flensburg.adfc.de/neuigkeit/bericht-zum-81-supa

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