Bericht zum 80. SUPA

 

Tim war auf der 80. SUPA-Sitzung, die überraschend schnell ablief und viel Einstimmigkeit bot. Hier könnt ihr seinen Bericht lesen.

 

Unter TOP 5 wurden zwei neue Querungsmöglichkeiten (mit Ampeln) an der Kreuzung Friedrich-Ebert- und Heinrichstraße einstimmig (!) beschlossen. Die sich daraus ergebenden Relationen seht Ihr in der Grafik.

Erklärt wurde die Situation ausgiebig von Elen Helas (Stadt): Die Programmierung der „parallelen“ Grünen Welle (Autos: 40 km/h, Fahrräder 20 km/h) zwischen Exe und Nordertor schreite voran, allerdings sei für diesen Abschnitt ein neues Steuergerät nötig. Entscheidend sei auch, dass die Stadt aufgrund von Verzögerungen bei anderen Projekten 300k EUR übrig hätte, die sonst verfallen und hier kurzfristig investiert werden können.

Das ermöglicht es, die ungeliebten Zwei-Richtungsradwege, vor allem den untermaßigen Abschnitt zwischen Deutschem Haus und Heinrichstraße, in Einrichtungs-Radwege um zu wandeln.

Pelle Hansen (Grüne) und Karin Haug (SSW) betonen beide, dass auf eine intuitive Radwegführung geachtet werden muss, damit die Radfahrenden zukünftig nicht hier queren und dann doch auf der falschen Seite zum Deutschen Haus hoch fahren.

Stefan Thomsen (Grüne) fragt, ob sich die Maßnahme nicht mit der Überarbeitung des Neumarkts überschneidet, doch Elen Helas muss abwinken: Zum Neumarkt gibt es bisher nur Ideen, aber noch nichts Konkretes. Bis er überplant ist, würden sicherlich noch mindestens 5 Jahre vergehen.

Unter TOP 6 stellt Elen Helas die Evaluierung der Rathausstraßensperrung vor. Kern davon ist der Vergleich der Verkehrsaufkommen vor und nach der Maßnahme in der Toosbüystraße, der Rathausstraße und dem Südergraben. In der Rathausstraße sank der Verkehr erwartungsgemäß, in der Toosbüystraße nahm er um 6% zu und im Südergraben nahm der Verkehr um 10% ab. Interessant ist, dass es entgegen der damaligen Befürchtungen der Politik nur geringe Verlagerungen auf die Toosbüystraße gab. Potenzielle Verlagerungen auf die Stuhrsalle konnten aufgrund der Bauarbeiten bisher noch nicht erfasst werden. Vermutlich verlagert sich auch ein nicht-signifikanter Anteil des Verkehrs auf die Ost-Tangente.

Der Durchgangsverkehr durch die Rathausstraße ist allerdings noch viel zu hoch. Vor allem Handwerker und Elterntaxis scheinen die Sperrung zu ignorieren. Nach eigenen Beobachtungen schätzt die Stadt, dass 90% dieser Autos aus Flensburg kommen.

Das eigentliche Ziel der Maßnahme, den Verkehr an der ZOB-Kreuzung zu verbessern scheint voll erfüllt zu werden. Das bestätigen Polizei und Verkehrsbehörde und auch der ÖPNV verzeichnet deutliche Verbesserungen bei der Pünktlichkeit. Sogar von den Bürgern gab es überraschend positives Feedback, was nicht üblich sei.

Axel Kohrt (SPD) gibt zu, damals strikt dagegen gewesen zu sein, dass die Verwaltung an der Politik vorbei agiert. Allerdings sei die Sache für ihn gegessen gewesen, als aus Kiel die juristische Einschätzung kam, dass es rechtlich in Ordnung sei.

Pelle Hansen lobt Stadt und Verkehrsbehörde ausdrücklich für diese durchweg sinnvolle und erfolgreiche Maßnahme. Er bedauert die Diskrepanz zwischen dem in sich sehr sauberen Verfahren und der Art, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Das Gerichtsverfahren und öffentliche Zündeln hätten das Ansehen der Verwaltung nachhaltig beschädigt, was ungerechtfertigt sei.

Glen Dierking (SSW), der damals quasi den Kollaps des innerstädtischen Verkehrs prophezeite, zeigt sich wenigstens interessiert und stellt sachliche Fragen. CDU und FDP schweigen dagegen eisern.

Als weitere Mitteilung macht Frau Helas bekannt, dass sich die Leih-E-Bikes von GP-Joule aus der Stadt verabschieden. Sie wurden im letzten Jahr schon mit 13k EUR bezuschusst und können sich gegen die E-Scooter nicht durchsetzen. Die Sprottenflotte in Kiel würde jährlich Zuschüsse in Höhe von 250k EUR erhalten, das Geld hätte Flensburg nicht.

Beendet wird der SUPA durch die Mitteilung, dass die Verkehrsbehörde die Popup-Bikelane auf der Bismarckstraße im Frühjahr von temporär auf dauerhaft umwandeln wird.

 


https://flensburg.adfc.de/neuigkeit/bericht-zum-80-supa

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